Für Menschen an der Armutsschwelle gibt es ab sofort die KBC extra

Wendy
von Wendy
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Viele Menschen liegen mit ihrem Einkommen knapp über der Grenze für den Bezug von Sozialleistungen. Sie können gerade so die erforderlichen Ausgaben für Miete und Lebensunterhalt tätigen und müssen dabei oft jeden Euro zweimal umdrehen. In solchen Situationen ist es schwer, sich einen Theaterbesuch oder das Zeitungsabonnement zu leisten, die Fahrkarte für den TüBus oder den Eintritt zu Veranstaltungen zu bezahlen. Angesichts der stark gestiegenen Preise für Lebensmittel und den täglichen Bedarf trifft dies auf immer mehr Menschen zu.

Die Universitätsstadt Tübingen erweitert deshalb den Zugang zu den Ermäßigungen der KreisBonusCard (KBC): Die sogenannte „KBC extra“ können ab sofort alle Tübingerinnen und Tübinger beantragen, die keine Sozialleistungen bekommen, weil das Einkommen dafür zu hoch ist, aber nur knapp über der Grenze zum Sozialleistungsbezug liegt. Dies war bisher nur für Familien mit Kindern und für ältere Menschen möglich. Die Ausweitung hatten alle Gemeinderatsfraktionen beantragt.

„Die KBC extra ist eine unkomplizierte und schnell wirksame Hilfe, von der künftig noch mehr Menschen in unserer Stadt profitieren werden“, sagt Bürgermeisterin Dr. Daniela Harsch. Für die KBC extra dürfen die Einkünfte bis zu 20 Prozent über dem Regelsatz für das Bürgergeld liegen, besondere Belastungen und Ausgaben werden dabei berücksichtigt. Wer eine KBC extra hat, kann genau dieselben Ermäßigungen für Nahverkehr, Kultur, Freizeit und Einkauf in Anspruch nehmen wie Inhaber_innen der allgemeinen KreisBonusCard. Ausgenommen sind Studierende, da es für sie bereits umfangreiche Rabatte gibt.

„Wir sind sehr froh, dass ab jetzt alle Menschen mit geringem Einkommen, egal ob alt oder jung, Zugang zu den vielen Ermäßigungen der KreisBonusCard bekommen und damit besser am Leben in der Stadt teilhaben können“, sagt Elisabeth Stauber, die Leiterin des Fachbereichs Soziales. „Das ist möglich dank der guten Kooperation mit dem Landkreis und dank der vielen Beratungsstellen, die bereit sind, die Anträge zu prüfen und zu den Sozialleistungen zu beraten.“

Anträge für die KBC extra sind ab sofort unter anderem bei den folgenden Stellen möglich: Sozialberatung beim Diakonischen Werk und der Caritas, Stadtteilbüros Waldhäuser-Ost und Weststadt, Stadtteiltreffs Brückenhaus und NaSe, Beratungsstelle für ältere Menschen, Begegnungsstätte Hirsch, Tübinger Arbeitslosentreff, Aidshilfe, Asylzentrum, Fachabteilung Hilfen für Geflüchtete und beim Sozialforum. Familien können die KBC extra wie bisher auch beim Verband alleinerziehender Mütter und Väter, bei pro familia und beim Jugend- und Familienberatungszentrum beantragen. Mitzubringen sind Unterlagen zu den Einkünften, zur Miethöhe und weiteren besonderen Belastungen und Ausgaben.

Wer bereits Sozialleistungen wie Bürgergeld, Wohngeld, Arbeitslosengeld, Kinderzuschlag oder Asylbewerberleistungen bezieht, kann die KreisBonusCard nach wie vor direkt beim Landkreis Tübingen beantragen. Diese wird dann ohne weitere Einkommensprüfung ausgestellt, der Sozialleistungsbezug reicht als Nachweis aus.

www.tuebingen.de/kreisbonuscard

von Wendy
✍️ Redakteurin 📸 Fotografin 🎥 Videografin 🌐 Webdesign
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